Die Geschichte des Modelleisenbahn-Club Bremerhaven Wie alles begann Angefangen hatte alles im Oktober 1982, als in einem Zeitungsartikel der Wunsch von Henk Veldkamp veröffentlicht wurde, eine „Interessengemeinschaft Modelleisenbahn“ zu gründen. Der Zuspruch war enorm und nur wenige Wochen später trafen sich zum ersten Mal rund fünfzig Interessierte. Weitere Treffen folgten, ein Konzept wurde erarbeitet und mit Unterstützung des BSW war es gelungen, das Dachgeschoss der Güterabfertigung im Fischereihafen anzumieten. Am 25. August 1983 wurde der Modelleisenbahn-Club Bremerhaven e.V. gegründet – mit 35 Mitgliedern und Henk Veldkamp als 1. Vorsitzenden. Niemand von den damaligen Mitgliedern hatte eine Vorstellung davon, was es bedeuten sollte, eine Anlage in diesen Dimensionen – in T-Form und ca. 13 x 6 x 3 m groß – zu planen und zu bauen. Aber es entstand auf einem mehrstufigen Stahlrahmen eine 70 qm große HO-Anlage, auf der gleichzeitig Wechsel- und Gleichstrombetrieb möglich war. Die nächsten Jahre Nach 8 Jahren – 1991 – kam der Rückschlag: zum 1. Oktober wurden dem MECB die Räume im Fischereihafen gekündigt, weil sich die Bundesbahn von dem Gebäudekomplex getrennt hat. Das mühsam Aufgebaute musste demontiert und eingelagert werden. Die Mitgliederzahl ging in dieser Zeit kräftig zurück. Andere Mitglieder trafen sich einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch. Nach längerem Suchen wurden dann doch geeignete Räumlichkeiten gefunden. Ein Vermieter – mit Steckenpferd Modelleisenbahn – stellte im Anbau seines Wohngebäudes in der Grenzstraße in Bremerhaven ab 1.10.1992 Räume zur Verfügung. Mit erheblichem Aufwand ging es erneut ans Werk. Aufgrund vorhandener Erfahrung ging die Gestaltung der Räumlichkeiten relativ zügig voran. Es entstand eine Anlage für das Zweileiter-Gleichstromsystem mit großem Durchgangsbahnhof und Bahnbetriebswerk, Paradestrecke, Schattenbahnhöfen, einer Nebenbahnstrecke und Zahnradbahn. Nur ein Jahr später, im Dezember 1993, konnte die Anlage in einem Rohzustand der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bald wurde festgestellt, dass es Schwierigkeiten durch falsche Planungen gab, z. B. mit zu starken Steigungen, aber auch durch Temperaturwechsel und schwankende Luftfeuchtigkeit in den Räumen, die zu Spannungen in der Holzkonstruktion und zu deformierten Gleisen führten. 1994 wurden umfangreiche Korrekturen im Bereich der Trassen beschlossen und vorgenommen. Das führte aber zu Frust und weiterem Mitgliederverlust. Dennoch gelang es dem Verein, positiv weiter zu bauen und der Öffentlichkeit zweimal im Jahr – Karfreitag und an zwei Wochenenden im Advent – den Fortschritt auf der ca. 40 qm großen Anlage zu präsentieren. Aktive Jahre folgten, und es kamen wieder neue Mitglieder hinzu. Mittlerweile hatten sich auch die Räumlichkeiten insgesamt positiv verändert. Ferienpassaktionen, kleine Ausstellungen und Besuche bei Nachbarvereinen und Bahnanlagen standen immer wieder auf dem Programm. 1998 – zum 15-jährigen Bestehen – hatte der Verein über 60 Mitglieder. Im Laufe der folgenden Jahre gab es dann aber immer wieder größere Kommunikationsprobleme der Mitglieder untereinander. Dazu kam der seit Jahren schlechte Zustand der Räume, den der Vermieter nicht bereit war zu beseitigen. Das schlechte Vereinsklima führte erneut zu Austritten. 2010 hatte der Verein nur noch 24 Mitglieder, was sich auch sehr auf die Finanzlage auswirkte. 2011 begann der MECB, nach neuen Räumen zu suchen – allerdings vergeblich. Im März 2014 wurde der eingetragene Verein „MECB e.V.“ aufgelöst und zu einer „Kulturgruppe der Stiftung Bahn-Sozialwerk“ (BSW) umgewandelt. Die Querelen und Stänkereien einiger Mitglieder setzten sich fort, und die Mitgliederzahl sank im Laufe der Jahre schließlich auf 15 Mitglieder. Das Geld wurde knapp. Um wenigstens noch ein bisschen Geld in die Kasse zu bekommen, wurden weiterhin regelmäßige Fahrtage zu Karfreitag und im Advent durchgeführt. Im Juli 2018 verstarb der langjährige Gruppenleiter. Es folgten zwei außerordentliche Mitgliederversammlungen, die vor allem eins klären mussten: Wie geht es mit dem MECB weiter? Es fehlte an Geld. Die Finanzen reichten nur noch, um für etwa sechs Monate die Miete bezahlen zu können. Die wenigen Mitglieder waren kaum in der Lage, einen vernünftigen Fahrbetrieb zu organisieren, um weiteres Geld hereinzuholen. War das das Ende des MECB? Ein Lichtblick war das Angebot eines Mitglieds, das sich seinen Traum verwirklichen wollte: In seiner gekauften Immobilie sollten mehrere verschiedene Modellbaugruppen unter einem Dach aktiv sein. Eine dieser Gruppen sollte der MECB sein. Aber das bedeutete Umzug – die ganze Anlage abbauen und alles, was sich dort in 26 Jahren angesammelt hatte, einpacken. Mit den wenigen Mitgliedern – das war gar nicht zu schaffen. Niemand glaubte wirklich daran. Man sprach sogar von einem „Tod auf Raten“. Die Chancen standen denkbar schlecht. Der Neustart Henk Veldkamp und seine Frau Ulla übernahmen die Aufgabe als Gruppenleitung. Sie begannen zu kämpfen – die Gruppe durfte nicht sterben. Ein Umzug in die neuen Räume für einen deutlich geringeren Mietbetrag war die einzige Möglichkeit, noch etwas zu retten. Innerhalb des ganzen Projekts im neuen Haus sollte der MECB selbständig und dem Bahn-Sozialwerk verbunden bleiben. Mit geringstem Personaleinsatz fand am 2. Dezember 2018 ein Abschiedsfahrbetrieb statt. Danach wurde sich auf den Umzug konzentriert. Dank detaillierter Arbeitspläne konnte alles kontrolliert abgebaut und am 25. Mai 2019 umgezogen werden. Nun begann ein neuer Abschnitt beim MECB: Platz für eine Anlage in L-Form in einer gesamten Größe von fast 100 qm – mit Besuchergang außen herum und einem Wartungs- und Bedienergang innerhalb. Zwei Gruppenräume, Werkstatt- und Lagerräume, Küche und Toilette gehören dazu. Als erstes Etappenziel wurde der 22. September 2019 gesetzt, nicht mal 4 Monate nach dem Umzug. Am bundesweiten „Tag der offenen Tür“ des BSW wollte sich der MECB „zurückmelden“ und in den neuen Räumen präsentieren, was bis dahin schon alles geschafft worden war: ein Stahlgestell mit aufgesetzter Paradestrecke von neun Meter Länge, das gesamte geplante Modell in Styropor im Maßstab 1:10 und vieles mehr. 160 begeisterte Besucher wurden begrüßt. Am ersten Adventswochenende 2019 fand ein erster kleiner Fahrbetrieb vor fast 260 staunenden Besuchern statt. Erfreulicherweise nimmt die Mitgliederzahl wieder zu und ist von 12 auf 20 angewachsen. Die Pläne für die Zukunft Neben der schon bestehenden Paradestrecke soll ein Bahnhof mit 14 Gleisen und teilautomatisiertem S-Bahn-Betrieb entstehen sowie eine Nebenbahn mit Anschluss an eine Zahnradbahn. Die Nachbildung des Bahnbetriebswerkes Hamburg-Altona mit der Doppeldrehscheibe soll ein Highlight werden. Darüber hinaus soll durch Segment-Bauweise der Wechsel von Anlagenteilen ermöglicht werden, um unterschiedliche Themen zu präsentieren, z. B. Güterabfertigung, Containerterminal oder Hafenanlagen. In drei Schattenbahnhöfen sollen bis zu 23 Zuggarnituren abgestellt werden können, um den Fahrzeugeinsatz auf der Anlage sehr abwechslungsreich zu gestalten.
© MECBremerhaven
Stand. 03.2020