Aufbau-Tagebuch Teil 2 (2020) 26. Januar 2020 Jetzt geht es um die Ecke Nach dem ersten Anlagenschenkel – in Nord-Süd-Ausrichtung – entsteht nun der zweite Schenkel – in West-Ost-Ausrichtung. Hier soll die gesamte Bahnhofsanlage aufgebaut werden. Als Grundlage wird uns wieder ein Stahlgestell dienen. Das wird uns erneut von der Berufsbildenden Schule für Metalltechnik in Bremen angefertigt, aber erst im Laufe der nächsten Monate geliefert. Um zum nächsten Fahrbetrieb unsere weiteren Fortschritte zeigen zu können, werden wir als Grundlage erneut ein Provisorium aufbauen. Wir nutzen dazu die Holztische, die uns schon im November im anderen Schenkel dienten und zwischenzeitlich durch das Stahlgestell ersetzt wurden. Bei diesem zweiten Schenkel wird es aber einen Unterschied geben. Alles, was jetzt auf diese provisorischen Tische aufgebaut wird, erfolgt in einzelnen Teilstücken, also in Segmenten. Das hat den Vorteil, dass die mit Schienen fertig bestückten Segmente später passgenau auf das Stahlgestell aufgesetzt werden können. 7. Februar 2020 Gleispläne Zur besseren Vorstellung der Dimensionen, die wir mit unserer Anlage planen, haben wir mithilfe einer entsprechenden Planungssoftware den Gleisplan im Maßstab 1:1 ausgedruckt. Diese Pläne werden zusammengeklebt und auf die Platten gelegt. So dienen sie als Positionspunkte für das Verbauen der Schienen und Weichen. 15. Mai 2020 Dann kam Corona ….. ….. und warf uns unsere gesamten Pläne über den Haufen. Insbesondere der geplante Fahrbetrieb am 10. April konnte nicht stattfinden. Ab Mitte März wurden alle Gruppentreffen und Arbeitseinsätze auf null zurückgefahren. Auch ein seinerzeit für September angedachter Ersatztermin für den Fahrbetrieb wird wohl nicht umgesetzt. Ab Anfang Mai haben wir ganz vorsichtig begonnen, in kleiner Anzahl von maximal 3 bis 4 Personen – mit Anmeldung und auf Abstand – wieder an der Clubanlage aktiv zu sein, so dass wir wenigstens in kleinen Schritten vorankommen. Noch weiß niemand, wann die Kontaktsperre aufgehoben wird und wir wieder zur Normalität zurückkehren können. 31. Mai 2020 Segmentbau Im Bahnhofsbereich wird unsere Anlage erstmals mit Hilfe von Segmenten erstellt. Diese Segmente bauen wir uns selbst zusammen. Es sind Sperrholz-Rahmen, die mit Verstrebungen und Versteifungsecken stabilisiert werden. Auf diesen Rahmen kommt eine Deckelplatte, die dann schließlich als Grundlage für die Bestückung der Schienen dient. Die Teile sind – je nach Anlagenplanung – unterschiedlich groß, z. B. etwa 1,00 oder 2,00 Meter lang und etwa 1,20 bis 2,00 Meter tief. Hauptgrund für den Segmentbau ist eine vorteilhafte Handhabung. Die Teilstücke können hochkant auf dem Arbeitstisch stehen, und die Verkabelung der Gleisanschlüsse und Weichenantriebe erfolgt bequem am Tisch. Somit entfällt das beschwerliche Arbeiten im Liegen unter der Anlage. Für uns spricht auch noch ein zweiter Grund für den Segmentbau. Es ist derzeit noch nicht abzusehen, wann wir unser im Januar bestelltes zweites Stahlgestell bekommen werden. Daher nutzen wir vorerst noch unsere vorhandenen Holztische als Grundlage. Die aufzusetzenden Teilstücke werden fertig verkabelt und mit Schienen bestückt auf die Holztische gesetzt. Wenn das Stahlgestell da ist, erfolgt nur noch die Umsetzung der passgenauen Segmente. Ein weiterer Grund für die Bauweise mit Segmenten ist, dass ein Wechsel von Anlagenteilen ermöglicht wird, um unterschiedliche Themen zu präsentieren, z. B. Güterabfertigung, Containerterminal oder Hafenanlagen etc. 15. Juni 2020 Gleisverlegung in Richtung Hauptbahnhof Nach und nach wird der Anlagenbereich mit der Verbindung der Paradestrecke zum Hauptbahnhofsbereich aufgebaut. Unter den Schienen werden Korkplatten verlegt. Diese dienen zum einen der Geräuschdämmung beim Fahrbetrieb, zum anderen soll der Kork später eine realistische Nachbildung des Schotterbettes ermöglichen. Der Kork wird zuerst – für ein oder auch für mehrere Gleise – grob zugeschnitten. Wenn die Schienen dann darauf befestigt sind, wird der Kork gleisnah beschnitten, um die Grundlage für den Bahndamm zu erhalten. Bei der Gleisverlegung ist auf eine akkurate und harmonische Gleisführung zu achten, um eine erhöhte Betriebssicherheit zu erreichen. Die Radien dürfen z. B. nicht zu eng gelegt werden, damit die Anlage auch naturnah (und nicht „spielzeughaft“) aussieht. Besonders gilt dies für die Weichenstraßen zum Hauptbahnhof. 25. Juni 2020 Aufgeräumt Auch hinter den Kulissen der Anlage wird fleißig gearbeitet. Die Erfahrung zeigte, dass die Werkstatt- und Lagerräume etwas umorganisiert werden mussten, denn es wurde dringend mehr Lagerplatz gebraucht. Alles, was mal „irgendwann“ außerhalb der Gleise auf die Anlage soll, ist nun ausgepackt und wird dort gelagert. Unzählige Häuser und Bausätze, Bäume, Autos, Figuren und Kleinstteile sowie Materialien zur Landschaftsgestaltung liegen nun gut sortiert in den Regalen und warten auf ihren gezielten Einsatz auf der Anlage. Auch diesbezüglich steht uns noch jede Menge Arbeit bevor ….. ! 23. August 2020 Der Hauptbahnhof wächst Für den Bahnhofsbereich wird ein Segment nach dem anderen erstellt. Das heißt messen, übertragen, sägen, Teilstücke kleben und fixieren, warten bis alles getrocknet ist, dann wieder kleben und fixieren und wieder warten usw. ….. bis schließlich das Segment komplett ist. Auf diese Weise sind in den letzten Monaten mittlerweile acht Segmentkästen entstanden. Drei weitere sollen in diesem Bereich noch folgen. Diese Teilstücke werden auf den Unterbau gesetzt und in viel Kleinarbeit mit Kork und Schienen bestückt. Insgesamt 12 Gleise laufen hier parallel, und so langsam bekommt man ein Gefühl für die Ausdehnung des Bahnhofs. Die Bahnsteige befinden sich nicht auf Straßenniveau sondern überwiegend in der „ersten Etage“ – so wie wir es z. B. vom Hauptbahnhof Bremen kennen. Im unteren Bereich wird hinter den Arkaden der „S-Bahn- Bereich tief“ zu finden sein. Daneben werden auf Straßenniveau eine Anzahl kleinerer Geschäfte entstehen. 31. August 2020 Kein Fahrbetrieb im Advent Schade – wir hatten uns drauf gefreut! Es war unser Ziel, endlich wieder einen Fahrbetrieb zu veranstalten und viel Neues zu zeigen, zumal bereits im April die Veranstaltung wegfiel. Aber wegen der weiterhin bestehenden Corona-Beschränkungen haben wir entschieden, im Sinne der Gesundheit und Sicherheit aller Mitglieder und Besucher diese Veranstaltung abzusagen. Doch wir stecken nicht den Kopf in den Sand, sondern arbeiten weiter an unserer Anlage – wenn auch mit „Vorsichtsmaßnahmen“, aber wie immer motiviert und mit Freude. Der nächste Fahrbetrieb kommt bestimmt ….
© MECBremerhaven
Eine Freizeitgruppe der Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW)